Deshalb finde ich ein Klimakompetenzzentrum sinnvoll

Wir versuchen seit Langem das Bewusstsein für den Klimawandel zu schärfen. Zunächst gab es die Warner: Al Gore war das Gesicht und die Wissenschaft repräsentierte der Potsdammer Professor Schellnhuber. Noch immer aber ist das Klimaproblem alles andere als gelöst, auch wenn global inzwischen mehr erneuerbare als konventionelle Energien zugebaut werden. Das Investitionsmotiv Klimaschutz gibt es selten. Warum? Überwältigende Probleme verdrängt die Psyche gerne. Wenn man sich persönlich nicht betroffen fühlt, dann tut man nichts. Wir Menschen sind wie der Frosch im Kochtopf, dessen Wasser sich langsam zum Kochen erwärmt. Dieser Frosch wagt nicht den rettenden Absprung!

 Niedersachsens Landesregierung richtet Klimakompetenzzentrum ein

Diese Meldung finde ich persönlich sehr interessant. Im Titel stand: „Klimawandel auch in Niedersachsen immer deutlicher spürbar“. Genau darum geht es in meinem Verständnis. Wenn Klimafolgen auf den einzelnen Akteur und einzelne Orte herunter gebrochen werden, dann können nicht nur nötige Anpassungen erfolgen, sondern es kann daraus auch das Gefühl der individiuellen Relevanz erwachsen – so meine Hoffnung.

Das soll im Klimakompentenzzentrum passieren

Das soll getan werden:

  • Es wird eine Klimarisikoanalyse für das Land entwickelt, um akute Handlungsfelder zu identifizieren und die bestehende Anpassungsstrategie fortentwickeln.
  • Das gesamte Klimawissen soll an die Niederachsen zugänglich gemacht werden – dies könnte eine Website sein. So sollen Landwirte, Naturschützer, Kommunen, Unternehmen und letztlich alle Bürgerinnen und Bürger einen zentralen Ansprechpartner haben, wenn sie Informationen und Unterstützung im Hinblick auf den Klimawandel und seine Folgen benötigen.

Ich hoffe es wird auch aktiv vermittelt: Dies geht am Besten in Dialogen und auf zig Veranstaltungen. Der interessierte Teil der Sensibilisierten könnte dann in einem Beratungsformat auf die individuellen Klimafolgen vorbereitet werden. Ich hoffe, dass man an dieser Stelle kein passives Kommunikationskonzept eingeplant hat, denn dann bliebe das Potenzial deutlich unter seinen Möglichkeiten. Vielleicht könnte das Klimakompetenzzentrum auch eine Abteilung in der jungen Niedersächsischen Klimaschutz- und Energieagentur (KEAN) sein. Dort liegt, wie bei allen solchen Agenturen, der Fokus auf die Lösungsansätze des Klimaschutzes. Diese aber bewegen sich stets in dem derzeit zu engen Spielraum des gesetzlichen Rahmens und der Förderkulisse. Für Energieagenturen wäre die Klimafolgenaufklärung auch eine kleine Revolution.

Klimafolgen passieren bereits heute

Klimafolgen wie Hochwasser

Hochwasser gibt es immer öfter

Es passieren extreme Wetterereignisse. Leider kann dabei im Einzelfall nicht der wissenschaftliche Zusammenhang zum Klimawandel hergestellt werden. Starke Vermutungen aber sind angemessen.

  • Im Langzeitvergleich erleben wir den sechsten zu trockenen Frühling in den letzten sieben Jahren.
  • In den Sommern 2013 und 2014 gab es Hochwasserlagen und Überschwemmungen
  • Die Grundwasserstände sinken: So war der Grundwasserstand in Lüneburg im Juni 55 cm unter den langjährigen Mittelwerten. Brunnen müssen tiefer gebohrt werden.
  • Der Wasserstand der Elbe sinkt, was Auswirkungen auf die Schiffahrt hat.

Ich finde toll, dass man in Niedersachsen neue Wege geht. Ich hoffe, dass man dieses Wissen all jenen aktiv an die Hand gibt, die sich seit Langem so stark für die Energiewende, den Umweltschutz und den Klimaschutz einsetzen und bin gespannt auf das was kommt.

By |2018-12-28T13:57:44+00:0008 Jul 2015|Klimaschutz, Medienwissen|0 Kommentare

About the Author:

Hier blogge ich zur Energiewende, Nachhaltigkeit und dessen Kommunikation. Als gelernter Mediengestalter und Ingenieur für Erneuerbare Energien betreibe ich die spezialisierte Kommunikationsagentur SUSTAINMENT.

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