Kommunikationskanäle: Womit erreiche ich die richtigen Menschen?

Janine Wittig / photocase.com

Womit erreiche ich meine Zielgruppe? Wer ein wirklich hervorragendes, nachhaltiges Produkt oder eine bedeutende Botschaft verbreiten will braucht mehr als die durchdachte Kommunikationsidee. Es ist gut, passende Kanäle zu wählen.

Jeder kann Zeit und Budget für seine Kommunikation optimal einteilen und sie an Zielen ausrichten. Ein Bündel strategische Gedanken für den Medienmix finde ich lohnenswert, um nicht aus Versehen in ein Gießkannenprinzip abzudriften. Die passende Wahl der Kanäle ist so individuell wie Menschen. Folgende Leitfragen finde ich hilfreich:

Leitfragen zur Auswahl von Kommunikationskanälen

  • Will ich etwas für Uninteressierte bekannter machen, Uninteressierte aktivieren oder Interessierte informieren?
  • Nutzt meine Zielgruppe dieses Medium?
  • Wie viele Menschen erreiche ich in der Zielgruppe?
  • Wie treffsicher lässt sich die Zielgruppe ansteuern?
  • Ist das Werbemittel ökologisch nachhaltig?
  • Ist das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen positiv?
  • Kann ich eine ausreichende Frequenz finanzieren?
  • Wie lang wirkt das Werbemittel?
  • Wie hoch ist die Glaubwürdigkeit von Werbekanälen?
  • Stört das Werbemittel?

Charakterisierung der Kommunikationskanäle
Welche Kanäle wirklich etwas bringen, finde ich schwer pauschal zu bewerten. Die geplante Wirkung garantieren kann niemand, allerdings lässt sich die Wahrscheinlichkeit steigern. Hier habe ich angefangen, den Charakter gängiger Medien in kurze Worte zu fassen. Hinweisen aus Ihrer Erfahrung und für weiteren Studien dazu bin ich dankbar.

Internet
Alle Informationstechnologien brauchen unglaubliche Mengen an Strom, die durch Betrieb mit echtem Ökostrom akzeptabel werden. Auf den hohen Ressourcenverbrauch durch die Produktion dieser Technik sehe hierbei noch keine Einflussmöglichkeit.

  • Präsentationswebsites informieren aktive Hochinteressierte.
  • Newsletter informieren passive Interessierte.
  • Twitter informiert passive Interessierte.
  • Blogs informieren Hochinteressierte mit persönlicher Note. Durch Mitmach-Dialoge steigen die Behaltensleistung und das Verbundenheitsgefühl.
  • Facebook ist für den Erstkontakt Uninteressierter.
  • XING und LinkedIn ist für den Erstkontakt Interessierter und die Vernetzung mit Kunden. Durch Mitmach-Dialoge in Foren steigt die Behaltensleistung und das Verbundenheitsgefühl.
  • Online Videos sprechen Gefühle besser an.
  • Affilate Marketing:
    Google Adwords
    informiert Hochinteressierte.
    Google Ads/Bannerwerbung
    informieren passive Interessierte.
  • Digitale Signatur in Mails informieren passive Interessierte.
  • E-Mailing halten in den USA nich immer 80% der Entscheider für den besten Onlinekanal. Wenn es nicht als störend weggeklickt wird, informiert es passive Interessierte.
  • Mobile Marketing schlummert noch in den Startlöchern eines Trends. Apps und Smartphoneoptimierung können auf einem weiteren Weg Hochinteressierte informieren.

Druckerzeugnisse zum Verteilen
In den Materialien und Druckverfahren können Unterschiede gemacht werden.

  • Flyer informieren aktive Hochinteressierte.
  • CSR/Jahresbericht informieren aktive Hochinteressierte.
  • Werbegeschenke halten Erinnerungen Interessierter wach, können auch den Bekanntheitsgrad bei Uninteressierten steigern.
  • Mailings erreichen passive Interessierte und wirken auf andere störend. Die hohen Streuverluste von über 90% machen Rundschreiben zur Ressourcenverschwendung.

Zeitungen und Zeitschriften
Die Arten der Zeitungen unterscheiden sich stark in Ihrer Reichweite und Zielgruppe.

  • Anzeigen sind für den Erstkontakt Uninteressierter.
  • Pressearbeit informiert passive Interessierte. Ist meist nur für den Bekanntheitsgrad, als für eine Produktwerbung geeignet.
  • Anzeigenblatt Das klassische „Käseblatt“ erreicht eine Leserschaft die im Vergleich nur zu 60 % im Internet erreichbar wäre.
  • Zeitungs-Beilagen erreichen passive Interessierte und wirken auf andere störend. Die meisten landen ungelesen im Papierkorb.
  • Publikumszeitschriften und Fachzeitschriften haben eine exakte Zielgruppe. Dort werden passive Interessierte aufmerksam.
  • Überregionale Zeitungen haben eine sehr große Auflage und Reichweite. Die wirksamste Pressearbeit läuft über Nachrichtenagenturen.
  • Verzeichnismedien vermitteln aktive Hochinteressierte.

Guerilla und Promotion Aktionen
Durch starke Reize wecken solche Aktionen Interesse bei Uninteressierten. Phantasievolle Aktionen in Städten, auf Events und Messen können mit vergleichsweise geringem Einsatz eine enorme Aufmerksamkeit erregen. Können.

Aussenwerbung und klassische Massenmedien
Aussenwerbung, Radio, Kino und TV-Werbung ist für den Erstkontakt Uninteressierter.
Mit den klassischen Massenmedien habe ich nur minimale Erfahrung. Können Sie dazu aus dem Nähkästchen plaudern? Den Umsätzen der TV-Sender zufolge bedarf es kapitalintensive Budgets. Von einem Sender der in seiner Produktion nachhaltig ist, habe ich noch nichts gehört. Von den Filmemachern meines Vertrauen kann ich sagen, dass nachhaltige Details in der Produktion beachtung finden.

Quellen zum Vertiefen:

  • Fischer et al. Angewandte Werbepsychologie in Marketing und Kommunikation, 2011, Cornelsen Verlag
  • www.absolit.de Studie Online Marketing-Trends 2012, ABSOLIT Dr.Schwarz Consulting
  • www.horizont.de

Welche Werbekanäle sind Ihre „Erfolgsgeheimnisse“?

Von |2018-12-28T13:58:07+01:0030 Jul 2012|Medienwissen|0 Kommentare

Über den Autor:

Hier blogge ich zur Energiewende, Nachhaltigkeit und dessen Kommunikation. Als gelernter Mediengestalter und Ingenieur für Erneuerbare Energien betreibe ich die spezialisierte Kommunikationsagentur SUSTAINMENT.

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