Zurück zur Zentralisierung: Interview mit Prof. Quaschning zur EEG-Reform

Seit August gilt in Deutschland ein anderes Erneuerbare-Energien-Gesetz. Offensichtlich sind im Klimaschutz bittere Rückschritte gemacht worden. Der Markt der Erneuerbaren ist verunsichert – noch sind weder ein Ende der Pleitewelle noch der Jobverluste in der Zukunftsbranche absehbar. Den umsetzenden Unternehmen wurde eindeutig Planungssicherheit genommen. Es sei angeblich der richtige Weg, um ökonomisch sinnvoll zu handeln.

Die Perspektive der Unternehmen ist durch viele Details erschwert. Noch immer habe ich einen Vorstand von Stadtwerken im Ohr, der als größten Unsicherheitsfaktor die Politik genannt hatte. Die Häufigkeit und die geringe Halbwertszeit der Reformen erschwert Planungen. Die wirtschaftliche Abschätzung wird durch die Unklarheit über das Erreichen des atmenden Deckels und die angedachten Ausschreibungen, deren konkrete Ausgestaltung nicht einmal der Staatssekretär Baake kennt, gestört. Auch der Verwaltungsaufwand steigt bereits jetzt durch die verpflichtende Direktvermarktung. Mit dem Wegfall des Eigenstromprivilegs („Sonnensteuer“) entsteht eine wiedersinnige Situation für diejenigen, die Verantwortung im Klimaschutz und in der Minderung von fossilen Energieimporten übernehmen wollen. Diese skizzierte neue Ausgangslage kann nicht aus versehen passiert sein. Um die Hintergründe dieser Energiepolitik besser einzuordnen habe ich Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning um Antworten gebeten.

Welche Absicht kann hinter einer solchen Energiepolitik stecken?

Die Energiewende fand bislang weitgehend ohne die Energiekonzerne statt. Bei RWE lag beispielsweise der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2012 lediglich bei einem Prozent. Rund 25 Prozent waren es letztes Jahr im Bundesdurchschnitt. Stattdessen sitzen die Konzerne auf einem konventionellen Kraftwerkspark, der sich immer weniger rechnet. Die Korrekturen im EEG sollen nun den Energiekonzernen die Möglichkeit geben, sich den Veränderungen anzupassen und selbst Teil der Energiewende zu werden. Dafür werden sogar das Erreichen der Klimaschutzziele und die Vorreiterrolle Deutschlands bei den erneuerbaren Energien geopfert.

Wie erklären Sie sich die Triebfeder der verantwortlichen politischen Akteure?

In Deutschland haben wir eine enge Verknüpfung der Energiekonzerne mit der Politik. Ein nicht unerheblicher Teil der Aktien der Energiekonzerne befindet sich in kommunaler Hand. Geht es RWE schlecht, leiden auch die Gemeinden in Nordrhein-Westfahlen. Der Politik fehlt der Mut, die Konsequenzen der Energiewende zu thematisieren. Es wird ein erheblicher Strukturwandel stattfinden. Doch statt diesen finanziell zu unterstützen und die Ängste der Betroffenen zu nehmen, wird lieber die Energiewende ausgebremst. Die SPD war schon immer eine Kohlepartei und wird mit der aktuellen Politik nur ihrer Klientel gerecht. Die Zukunft Deutschlands und künftiger Generationen wird da schnell zur Nebensache.

Das verdeckte Ziel scheint eine zweite Chance für die großen Energieversorgungsunternehmen zu sein. Was bedeutet das für die Bürgerinnen und Bürger?

Die Energiewende wird deutlich langsamer verlaufen. Vermutlich werden wir auch mehr für die Energiewende bezahlen müssen. Wir werden unsere Klimaschutzziele nicht erreichen und andere Ländern werden uns bei der Technologieführerschaft bei den erneuerbaren Energien ablösen. Es steht also viel auf dem Spiel. Leider haben das viele Bürgerinnen und Bürger bislang noch nicht realisiert. Nur so konnten diese Rückschritte umgesetzt werden.

Können zentrale und dezentrale Strukturen in der Energieversorgung koexistieren?

Erneuerbare Energieanlagen sind von ihrer Natur her erst einmal dezentral. Man kann versuchen, sie zu zentralisieren. Dazu werden dann große Leistungen an einem Ort konzentriert, wie es beispielsweise bei Offshore-Windparks der Fall ist. Auch Speicher wie Pumpspeicherkraftwerke oder große Gasspeicher sind eher von zentraler Natur. Daher werden wir künftig immer auch zentrale Elemente in der Energieversorgung sehen.

Nicht nur die Erneuerbare, sondern auch die traditionelle Energiebranche steckt in Schwierigkeiten, wie kann sich Deutschland am Besten als Industriestandort aus der Affäre ziehen?

Klimaschutz und eine echte Energiewende bedeuten einen Strukturwandel. Dabei wird es auch Verlierer geben. Wir werden nicht gleichzeitig einen florierenden Braunkohletagebau und einen anhaltenden Boom bei der Photovoltaik realisieren können. Wir brauchen ein klares Bekenntnis zu einer schnellen Energiewende, einen durchdachten Plan sowie politische und finanzielle Unterstützung für den nötigen Strukturwandel. Wir haben die deutsche Einheit geschafft, dann sollte doch auch die Energiewende zu stemmen sein.

Wie kann eine schnelle Energiewende mit 100 % Erneuerbaren und Energieeffizienz möglichst positiv für den Industriestandort (unabhängig von den EVU) ausgestaltet werden? Oder ist es ein „entweder Klimaschutz oder Industrie“?

Eine schnelle Energiewende wird ganz sicher positive Auswirkungen für den Industriestandort Deutschland haben. Wir werden zu Innovationen gezwungen und bleiben Vorreiter im künftigen Billionenmarkt der erneuerbaren Energien. Schlüsselindustrien können für eine Übergangszeit auch durch subventionierte Energiepreise unterstützt werden, wenn das im breiten Konsens erfolgt. Wir müssen aber auch bereit sein, nicht zukunftsfähige Industriezweige aufzugeben und dabei den Strukturwandel sozial abzufedern.

Kann Klimaschutz auch in einer zentralen Organisationsform gelingen?

In Deutschland zumindest nicht. Wir haben eine existierende zentrale Energieversorgungsstruktur die größtenteils auf klimaschädlichen fossilen Kraftwerken basiert. Wirklicher Klimaschutz bedeutet, diese vorzeitig außer Betrieb zu nehmen. Dabei geht es um sehr viel Geld. Daher wird der Klimaschutz bei einer zentralen Struktur in Deutschland immer auf Widerstand stoßen. In Entwicklungs- und Schwellenländern ist die Situation anders. Sie können gleich eine Versorgungsstruktur auf Basis erneuerbarer Energien aufbauen. Diese kann dann dezentral oder auch stärker zentral sein.

Welche Chancen sehen Sie in dem neuen EEG?

Das neue EEG ist der Kniefall der Politik vor den Energiekonzernen. Es verlangsamt die Energiewende und erschwert den Bürgerinnen und Bürgern sich daran zu beteiligen. Jede extreme Bewegung in eine Richtung erzeugt am Ende aber auch wieder eine Gegenreaktion. Es bleibt zu hoffen, dass der Widerstand gegen die jetzige Energiepolitik kontinuierlich zunimmt, sodass am Ende vielleicht sogar wieder eine Beschleunigung der Energiewende möglich wird.

Welche Aufklärungsarbeit wünschen Sie sich vom Netzwerk der Energieblogger?

Momentan ist das Interesse der großen Medien für Klimaschutz oder nachhaltige Energiepolitik eher gering. Zahlreiche Berichte sind schlecht recherchiert oder gar von Unternehmensinteressen beeinflusst. Das Internet bietet neue Möglichkeiten einer unabhängigen Informationsverbreitung. Jeder Artikel und Blog liefert somit einen wichtigen Beitrag, das Thema voranzubringen und den nötigen Druck für Veränderungen zu erzeugen. Ich wünsche dabei den Energiebloggern weiterhin viel Erfolg.

Vielen Dank für das Interview!

Wie würden Sie diese Fragen beantworten? Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

Von |2018-12-28T13:57:57+01:0012 Aug 2014|Energiepolitik, Erneuerbare Energien|11 Kommentare

Über den Autor:

Hier blogge ich zur Energiewende, Nachhaltigkeit und dessen Kommunikation. Als gelernter Mediengestalter und Ingenieur für Erneuerbare Energien betreibe ich die spezialisierte Kommunikationsagentur SUSTAINMENT.

11 Kommentare

  1. […] schädigen sollte (z.B. Atempause Solarwirtschaft) und ausbremsen sollte. Dies spielt der alten Energiewirtschaft in die Hände  – so die Interpretation intensiver […]

  2. Rainer 19. August 2014 um 14:22 Uhr - Antworten

    Noch eine Anregung :

    Die Aufmachung des „BINE Informationsdienstes“ könnte eine „Blaupause“ für die „United German Energy Bloggers“ sein falls sich das Bestehende ohne allzu gigantischen Aufwand anpassen ließe.

    Einfach mal „Rainer“ klicken…

    • Kilian Rüfer 19. August 2014 um 14:46 Uhr

      Hallo Rainer,
      Danke Dir! Das Strukturbeispiel behalte ich im Hinterkopf. Früher oder später werden wir das anpacken. Dann wäre auch ein Newsletter nach Kategorie prima.

  3. Rainer 15. August 2014 um 16:06 Uhr - Antworten

    Danke heinbloed für Ihre Links.

    Die Gefahr, dass sich der lobbygesteuerte Staat „etwas“ einfallen lässt für die „Verbundhäretiker“ ist durchaus größer, als der Wille ein möglichst unkaputtbares Stromnetz zuzulassen, bzw. das bisherige Zentralnetz in eine sicheres dezentrales Netz umzubauen.

    Ein weiterer wichtiger Grund „alles beim Alten zu lassen“ ist die Trennung des total virtuellen Netzwerks der Geldverschiebungen zum tatsächlichen physikalisch existierenden Versorgungsnetz.

    Wer einmal weiß, dass kein auch noch so kleines PV-Strömchen die Ortsnetze verlässt (es sei denn dort gäbe es bereits eine PV-Dichte von >40% PV-Kleinanlagen), der wird beginnen zu fragen warum eigentlich die „nichtprivilegierten Endkunden“ so überproportional bei der Zwangssubventionierung der Überlandnetze herangezogen werden sollen. Mindesten 15% des „mühsam erzeugten Kohlestroms“ – drei Schippchen Kohle zur Umwelterwärmung, ein Schippchen für den Strom 😯 – gehen da ja „traditionell“ verloren. Die Trafos auf der Strecke arbeiten zusätzlich auch nicht mit einem Wirkungsgrad 1 !

    Wer dieses „gewachsene“ wohl eher gewucherte Verbundnetz ansieht, dem kommt das große Grausen. Was noch zunimmt, wenn man einkalkuliert wie sehr das Ganze seit „Stuxnet“ auch auf der Ebene der möglichen Sabotage angekommen ist. Wer selbst nicht genug Fantasie besitzt, dem empfehle ich das Buch „Blackout – Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg (auch als E-Book erhältlich). Klar dort ist das Fiktion aber Elsberg war bei weitem nicht der Erste dem diese Verwundbarkeit moderner Industrienationen aufgefallen wäre.

    Leider nur in englisch dieser LINK : http://www.theecoreport.com/green-blogs/sources/academic/rmi-outlet/can-we-make-americas-power-grid-blackout-proof/

    ZITAT
    EMBRACING A DECENTRALIZED ENERGY FUTURE

    “One of the inherent advantages of decentralized renewables is that they generally don’t require long transmission lines. The energy is not all in the same form, at the same time and in the same place, but in a very desirable diversity,” RMI cofounder and chief Scientist Amory Lovins said in a 2012 interview with Patagonia. “That also greatly increases national energy security by eliminating the serious risks inherent in long transmission lines, such as earthquakes, solar storms, volcanic eruptions, disgruntled landowners, and terrorists.”

    „Eine der inhärenten Vorteile der dezentralen erneuerbaren Energien ist, dass sie in der Regel nicht lange Übertragungsleitungen erfordern. Die Energie ist nicht alles in der gleichen Form, zur gleichen Zeit und am gleichen Ort, aber in einer sehr wünschenswerte Vielfalt „, RMI Mitbegründer und Chief Scientist Amory Lovins sagte in einem Interview 2012 mit einer Patagonien. „Das erhöht auch stark nationale Energiesicherheit durch den Wegfall der schweren Risiken langen Übertragungsleitungen, wie Erdbeben, Sonnenstürme, Vulkanausbrüche, verärgerten Grundbesitzer und Terroristen.“
    / ZITAT
    Bei ~40 Millionen privaten Haushalten in D mögen ~1,2 Millionen (~3%) private PV-Kleinanlagen noch etwas mickrig wirken. Zumal diese in der Regel leider nicht schwarzstartfähig sind (eine gewollte technologische Lücke). Wären all diese Anlagen auch „inselbetriebfähig“ und oder mit Speichern kombiniert, wäre das ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Entwicklung sich ganz oder teilweise selbst „off gried“ zuschalten, wird nur mit brachialen Eingriffen der „Obrigkeit“ aufzuhalten sein. Besser wäre ein Einlenken und die „gesunde“ Förderung diese ohnehin existierenden Trends.

    Wie unsinnig der Aufbau zentraler Stromnetze in Australien – Afrika usw. ist, wird jedem der die Entfernungen dort kennt, schnell einleuchten. In wieweit ein ganz EU überziehendes zentralistisches Stromnetz sinnvoll oder gar sicherer ist, als ein „natürliches“ dezentral organisiertes europäisches Verbundnetz, darf jeder mal selbst erwägen. Besonders wichtig die übliche Frage, cui bono „wem zum Vorteil“ dürfte zeigen von einem zentralistischen Netz profitieren alle, denen das physikalisch Netz und alles was damit zusammenhängt am Ar… vorbeigeht. Für diese Zeitgenossen kommt der Strom hauptsächlich irgendwie in ihre Kassen. Sie sind Angehörige der seltsamen Spezies für die Strom schlicht „aus der Steckdose kommt“ – immer & irgendwie 🙄

    Womöglich wäre es ja „an der Zeit“ das Netz sinnvoll aufzuteilen ? Stichwort „HGÜ-Kurzkupplung“ Dazu weitere Links unter „Rainer“

  4. Rainer 15. August 2014 um 13:36 Uhr - Antworten

    Danke Herr Rüfer,

    die Idee ein „Reflexblogger“ zu sein, ist mir bei einer selbstkritischen Betrachtung gekommen. Um wie „alle anderen hier“ zu bloggen, müsste ich mich weitgehend „anpassen“. Das gehört nicht zu meinem generellen Ansatz. Daher greife ich mir unter den Blogs „einfach“ einen oder auch mehrere heraus und kommentiere diese aus meiner Sicht. Also lösen mache eine Art „Reflex“ aus. Bejahend, kritisch und gern „auch“ mal weitschweifig.

    „Spiegeln“ (english „mirroring“) bedeutet ich schreibe einen Kommentar und sortierten den „bei mir“ zunächst ein. Da die allermeisten Blogger auch gern eine Angabe zur WEB-Seite haben, verlinke ich so (meist) meinen dortigen Beitrag unter „Rainer“. Das bietet mir zum einen die Möglichkeit einigermaßen den Überblick zu halten über was ich geschrieben habe, bei Bedarf kann ich mich auch auf schon mal geschriebenes beziehen. Oder ich verlinke eigene Beiträge mit meinem Kommentar bei dem betreffenden Blog.

    Das tue ich besonders gern, wenn ich, wie zum Beispiel die EEG-Umlagenentwicklung, in Form von eigenen Grafiken „seziere“. Wer möchte kann sich das dort ansehen. Die Zahl der Zugriffe gibt mir dabei ein einigermaßen positives Gefühl. Ganz nebenbei finde ich so bestimmte Links recht schnell (weil kontextbezogen) wieder. Nur „Notfalls“ kann ich noch einen Link direkt im Blogkommentar platzieren. Bei mehr als einem Link, bekommt der Moderator etwas zu tun, was ich tunlichst vermeide.

    Wer auf meinen Kommentar antworten möchte, kann das nur im betreffenden Blog tun. Das hält die Diskussion zusammen und erspart mir die Notwendigkeit selbst auf gewisse „Trolle“ zu reagieren. Was noch fehlt, ich erkenne nur recht spät, wenn jemand tatsächlich antwortet. Der Aufwand täglich zu lesen und eventuell zu antworten ist recht groß. Besonders aber weil … doch das habe ich ja bereits angemerkt.

    Das alle derartigen Aktionen sehr zeitaufwendig sind und da die meisten Blogger „nebenher“ noch ihre Brötchen verdienen müssen, bin ich keineswegs ungeduldig. Das Problem mit „gewachsenen Projekten“ ist der fehlende Plan, der besser „vorher“ existieren sollte. Doch ich weiß sehr gut – im Nachhinein ist jeder schlauer 🙄

  5. Rainer 14. August 2014 um 17:14 Uhr - Antworten

    Hallo Herr Rüfer,

    ich wollte keineswegs mit meiner Kritik das Engagement der Beteiligten anzweifeln.

    Doch wer in einer solchen Aktion gemeinsam auftritt, sollte sich wohl auch auf eine Art „Corporate Design“ einlassen. Gleiche Regeln bei allen Bloggern. Der jeweilige Beitrag und seine Aufmachung sollte den Unterschied ausmachen. Dagegen ist ein zeitaufwendige Suche nach dem Motto „wie hat DER den das wieder geregelt“, schreckt eher ab und der Wille möglichst täglich die Blogger zu besuchen mag darunter leiden.

    Besonders nervend, (jedenfalls für mich) sind die unterschiedlichen Wege der Gestaltung des eigenen Kommentars – ist ein Link überhaupt erlaubt ? Kann der Link als „Hyperlink“ verpackt in den Text „eingearbeitet werden“ (was das Ganze durchaus ansehnlicher zu gestalten vermag)

    Wichtigste Frage, warum „rudimentäre HTML-Tags und nicht stattdessen BBCode wie das auf Foren üblich ist ? Liegt das an dem verwendeten „Wordpress“ ? Gewöhnlich wird (hier) spätestens ab mehr als 2 Links im Antworttext eine Freigabe erforderlich. Nirgendwo findet sich eine schnelle Information über maximale Zeichenzahl (ja, auch das gibt es inzwischen mindestens einmal), was „erlaubt“ ist, was eventuell „verboten“ ist.

    Ich schreibe auch kleine (kommt gelegentlich vor 😯 ) Beiträge grundsätzlich zuerst in LibreOffice um eine verträgliche Anzahl von Schreibfehlern zu gewährleisten. Wenn dann so eine „Arbeit“ (ich recherchiere grundsätzlich meine Behauptungen vorher) im digitalen Orkus verschwindet oder ich den nachträglich auf 1000 Zeichen zusammenstutzen soll, dann vergeht mir jegliche Lust dort nochmal „aufzutauchen“. Das löst bei mir – und sicher nicht nur bei mir – einen starken Widerwillen gegen den betreffenden Blog, das Thema und an manchen Tagen gegen die ganze Welt da draußen aus 😯

    Mein „Ausweg“ aus diesen Begrenzungen – ich „spiegle“ jeden Beitrag und statte diese Dublette mit allem aus was bei den Bloggern nicht möglich ist. Die Zugriffe dort scheinen meinen Sonderweg zu bestätigen. Im Grund bin ich eine Art „Reflexblogger“. Die genutzte Blogsoftware ist keinesfalls „mein Ding“.

    Schon eher geeignet scheint mir da das „photovoltaik forum“ – leider habe ich im Moment keine Idee welchen „phpBB-Mod“ denen diese schöne Kombination erlaubt.

    Wenn ich schon dabei bin – ließe sich neben der derzeitigen Gestaltung der „aktuellen Beiträge“ nicht auch eine, eher nach Rubriken gestaltete Übersicht realisieren ? Es gibt zahlreiche Themen unter denen praktisch jeder Blog „einsortiert“ werden könnte, wenn es den eine solche „Struktur“ gäbe. Wer einen Beitrag zu „PV“ schreibt, weiß sicher selbst am besten das der nix mit Solarthermie zu tun hat usw.

    Ich hoffe, Sie sehen meine Anmerkungen als „konstruktive Kritik“ um unser Anliegen zu den EE noch besser „nach vorn“ zu bringen…..

    • Kilian Rüfer 15. August 2014 um 08:31 Uhr

      Hallo Rainer,

      Ihre Kritik fasse ich durchaus positiv und konstruktiv auf.

      Das mit dem Spiegeln und dem Schreiben als Reflexblogger habe ich nicht verstanden. Wie?

      Es ist eine gute Anregung, dass wir da über gemeinsame Standarts nachdenken – allerdings auf freiwilliger Basis, um es angenehmer für die Gesprächspartner zu gestalten. Da unterliegen viele den technischen Begrenzungen von WordPress. Ich trage den Gedanken in die Gruppe – mal schauen was die Resonanz hergibt. Die Kategorisierung ist angedacht und auch angefangen – da brauchen wir noch etwas Zeit.

  6. heinbloed 12. August 2014 um 23:39 Uhr - Antworten

    Das soll wohl ein Witz sein: den big 4 den Einstieg in die Energiewende zu ermoeglichen …..

    Die fahren schwere Verluste ein, haben die letzten Jahre rd. 70% an Aktienkapital verloren trotz Abstossens von Firmenteilen.
    Es ist zu spaet fuer die big 4 , der Ofen ist aus.

    Alles was denen noch bleibt ist ein ueberdimensioniertes Stromnetz bei fallenden Verkaeufen. In Australien ist so ein Stromnetz gerade zu verkaufen:

    http://uk.reuters.com/article/2014/07/30/uk-australia-utilities-sale-idUKKBN0FZ2I320140730

    Stanley Morgan warnt bereits vor dem was bevor steht wenn Eigenerzeuger weiter belastet werden – die melden sich dann vom Netz ab:

    http://www.greentechmedia.com/articles/read/Solar-Fixed-Charges-May-Cause-Grid-Defection

    Der letzte macht das Licht aus.

    http://www.pennenergy.com/articles/pennenergy/2014/08/black-veatch-some-retiring-power-generation-plants-may-not-need-to-be-replaced.html

    • Kilian Rüfer 13. August 2014 um 08:44 Uhr

      Hallo, nein es ist kein Witz, sondern eine nüchterne Einschätzung nach „Cui bono?“ (lateinisch für Wem zum Vorteil?). Gerade weil der besagten Rückgang der Rentabilität dieser Unternehmen erkennbar ist. Es kann auch als Rettung a la „too big to fail“ gesehen werden. Augenmaß finde ich in Ordnung. Nur im Fall dieser Reform ist man über das Ziel hinaus geschossen. Es ist klar unausgewogen.
      Sie werden doch auch erkennen, dass die big 4 bisher vergleichsweise wenig in Erneuerbare investiert haben, da eine kleine Rendite damals nicht genügte. Inzwischen haben alle Schwierigkeiten, weil es in der Summe einen Überschuss aus Kohlenstrom und erneuerbaren Quellen in Leipzig gibt. Es ist klar, dass jede Verschiebung irgendwem wirtschaftlich substanziell weh tut. Als Befreiungsschlag setze ich mich zugunsten des Klimaschutzes ein. Ich fände es gut, wenn daran alle mitwirken können. Noch besser fände ich es, wenn es noch mehr wollen würden.

  7. Rainer 12. August 2014 um 16:53 Uhr - Antworten

    Herr Kilian Rüfer,

    die „Energieblogger“ sind gewiss kein schlechter Weg mehr Wissen unters geneigte Publikum zu bringen. Doch wer womöglich mehr möchte, als das tägliche Fastfood (welches ja schon von den „üblichen Medien“ angeboten wird) zu vermehren, möchte womöglich – wenigstens nachträglich – alle Blog-Beiträge gezielt mal wieder nachlesen können. Gern auch nach Themen und nicht nach den einzelnen Bloggern sortiert.

    Die gegenwärtige Methode die letzten Beiträge in „Seiten“ zusammengefasst (z.Z. 1 bis 136) mit je nach Aufmachung zwischen 20 ? 22 ? usw. pro „Seite“ Beiträgen, ohne jede Möglichkeit gezielt nach Blog, oder gar Thema nochmal zu „recherchieren“, macht die ganze schöne Arbeit spätestens nach drei Kalendertagen zu unauffindbaren „Karteileichen“.

    Dabei gibt es hier mindestens einige „IT-Fachleute“ denen das schom mal auffallen dürfte. Andererseits halten wohl die meisten Blogger von ihren eigenen Beiträgen sichtlich wenig, den auch auf vielen Blogs ist eine erfolgreiche Suche praktisch unmöglich.

    Schreiben Sie doch (eine vernünftige Zitatfunktion fehlt überall leider völlig)
    ZITAT
    „Welche Aufklärungsarbeit wünschen Sie sich vom Netzwerk der Energieblogger?

    Momentan ist das Interesse der großen Medien für Klimaschutz oder nachhaltige Energiepolitik eher gering. Zahlreiche Berichte sind schlecht recherchiert oder gar von Unternehmensinteressen beeinflusst. Das Internet bietet neue Möglichkeiten einer unabhängigen Informationsverbreitung. Jeder Artikel und Blog liefert somit einen wichtigen Beitrag, das Thema voranzubringen und den nötigen Druck für Veränderungen zu erzeugen. Ich wünsche dabei den Energiebloggern weiterhin viel Erfolg.
    / ZITAT

    So wird das nix – oder der Effekt bleibt weit unter der Möglichkeit…

    Soweit es diesen Ihren Beitrag betrifft, stimme ich mit den dortigen Überlegungen weitgehend überein. Anzumerken wäre noch, bei der schieren Marktmacht „auf der anderen Seite“ waren Rückschläge nicht nur zu erwarten. Keine vernünftige Taktik, von Strategie ist gleich gar nichts zu spüren. Kein „Plan B“, erst recht kein „Plan C“ usw.

    Noch könnte man wohl eine Menge Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern gewinnen. Eher wohl nicht auf Basis der „Volleinspeisung“. Schon eher auf Basis der „Überschusseinspeisung“ weil dort lediglich max. 40% der Umlagen für den Eigenverbrauch bezahlt werden müssen.

    Wen das erstaunt, „lediglich max. 40%“ der hat immer noch nicht begriffen, bei „Volleinspeisung“ wird für jede Ws die volle 100prozentige Umlage fällig. Das mag ja in Zeiten mit Einspeisetarifen >29 Ct/kWh noch gerade „zu verschmerzen“ gewesen sein. Seit spätestens 2012 fließt durch die Gestaltung des vorherigen EEG bei jeder selbst konsumierten kWh (aus der eigenen PV auf dem eigenen Dach) der „Löwenanteil“ dem örtlichen Netzbetreiber zu. Da sind „nur“ 40% schon ein erheblicher Unterschied, da man sich so immerhin 60% der 100prozentigen Umlage (inkl. anteiliger MwSt) wieder selbst „gutschreiben“ kann. Wohl bemerkt, das sind physikalische Ströme, die keinesfalls die private Hausverteilung verlassen.

    Da nun seit Juli ca. das 2,2fache für vom EVU bezogene Arbeit zu zahlen ist (im Vergleich zum derzeit gültigen Einspeisetarif), rechnet sich der Eigenverbrauch durchaus. Besonders, wenn eine Regelung konsequent den Verbrauch in die „sonnigen Stunden“ verlegt. Nur so ist eine private Speicherung überhaupt sinnvoll. Wer ohne getrennte Erfassung des Eigenverbrauchs einen Speicher betreibt, zahlt für seine gespeicherte el. Arbeit den vollen Bezugspreis, einschließlich aller Umlagen inkl. Der MwSt. Ob das schon allen so richtig klar ist ?

    Man kann natürlich weiter so tun, als ginge einem alles was nach dem eigenen PV-Zähler passiert nichts mehr an. Besser wäre es allerdings gewesen, wenn alle begriffen hätten, die Betreiber von PV-Kleinanlagen (Volleinspeiser) finanzieren ihre „garantierten Einspeisetarife“ schon immer zu 20 bis ca. 30% selbst…

    • Kilian Rüfer 13. August 2014 um 08:37 Uhr

      Hallo Rainer, vielen Dank für Ihre Kritik. An der Website http://www.energieblogger.net sollten wir durchaus an der Benutzerfreundlichkeit feilen. Da wir die Energieblogger ehrenamtlich machen, geht es da Stück für Stück voran. Im Herbst kommt nun das Barcamp Renewables, für das auch die Ärmel hochgekrempelt werden müssen. Bitte um etwas Geduld mit uns.

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