Bis wann wollen Sie 100% erneuerbare Energien erreichen?

Man sagt: „man braucht ein Ziel, um zu wissen wo es hin geht“. Als Kennedy zum Mond wollte, entfaltete er mit dem ausgesprochenen Ziel den Innovationsgeist der Amerikaner und führte sie zu den prestigeträchtigen ersten Schritten auf den Mond. Ziele können also motivieren. Viele werden Präsident Kennedy für einen Spinner gehalten haben. Wir brauchen Motivation, um die Wechsel hin zu 100% erneuerbare Energien durchzusetzen. Die Gründe für den Wechsel dürften Ihnen bekannt sein und über das technisch mögliche brauchen wir nicht mehr zu disukutieren. Wann aber sollte es soweit sein? Bitte helfen Sie mir bei der Definition.

Wer setzt welches Ziel für wen?

Wer setzt aus welchen Gründen Ziele? Von außen kann ich nur Vermutungen anstellen. Mir erscheint es so:

  • Die Staatengemeinschaft will gemeinsame Probleme gemeinsam lösen. Geopolitische Machtverhältnisse spielen dabei eine prägende Rolle. Manchmal aber, scheint nur ein Konsens von Regierungen suggeriert zu werden. Dies unterstelle ich wenn keine Taten folgen. Beispiel? Milleniums-Ziele.
  • Regierungen setzen Ziele, mit denen sie versuchen ihrer Regierungsverantwortung gerecht zu werden. Die Summe der Einflussnahmen und deren Kräfteverhältnisse spielen dabei eine spürbare Rolle.
  • Parteien dienen ihren Programmen, streiten um Macht und berücksichtigen bei Zielsetzungen ebenfalls die Gunst von Unterstützern und Wählern.
  • NGO´s dienen ihrem meist gemeinnützigen Zweck. Ein Stück weit kämpfen diese dafür auch um Zuwendungen.

Von jemanden der ein Ziel ausspricht erwarte ich, dass er es erfüllt.

Verantwortung für das eigene Wort ist unüblich. Zielsetzende übernehmen selten Verantwortung für die Zielerreichung. Wer kann überhaupt Verantwortung für die Erreichung von 100% erneuerbaren Energien übernehmen? So richtig kann es kein Individuum. Auch eine NGO oder andere Gruppe kann dies nicht. Em ehesten würden es Staaten und die Staatengemeinschaft können. Sie müssten jedoch verbindliche Verträge mit Sanktionsmechanismen vereinbaren und in Gesetzen verankern. Mit dem Anspruch auf Zielerreichung kann der Artikel an diesem Punkt beendet werden.

Demnach reduzieren sich Zielsetzungen meist auf Willensbekundungen. Dies impliziert, dass man 100% erneuerbare Energien für andere will. Für andere wollen geht nicht. Denn diese wollen was sie wollen. Man kann also nur sagen „ich will das und wünsche mir, dass Du es mitträgst“.

Die meisten Ziele sind motivierende Wunschgedanken und Appelle. Ein ehrlich formuliertes Ziel wäre: „Ich finde 100% erneuerbare Energien bis X toll“.

Wer hat  Zeitziele für 100% erneuerbare Energien ausgesprochen?

Weder die Bundesregierung noch die Staatengemeinschaft hat sich das Ziel 100% erneuerbare Energien auf die Fahnen geschrieben. Bei Kommunen und Regionen ist dies anderes. Diese übernehmen jedoch nicht die volle Verantwortung für die Zielerreichung.

2050

2040

2030

2025 – 2045

Bis wann wollen wir nun?

Ich bin auf der Seite derjenigen, die Energiewende beschleunigen wollen. Ich will 100% erneuerbare Energien so schnell wie möglich. Mein Ziel lautet „100% erneuerbare Energien A.S.A.P.“.

Alles was dazu motiviert finde ich erst einmal positiv. Die Nennung von Jahreszahlen finde ich jedoch albern, weil die Verantwortung für die Zielerreichung nicht übernommen werden kann. Wie denken Sie darüber? Für wen ist die Nennung einer Zeitmarke für 100% erneuerbare Energien aus welchem Grund sinnvoll? Ich freue mich über Rückmeldungen.

Von |2018-12-28T13:57:31+02:0021 Okt 2016|Energiewende|16 Kommentare

Über den Autor:

Hier blogge ich zur Energiewende, Nachhaltigkeit und dessen Kommunikation. Als gelernter Mediengestalter und Ingenieur für Erneuerbare Energien betreibe ich die spezialisierte Kommunikationsagentur SUSTAINMENT.

16 Kommentare

  1. Rainer 26. Oktober 2016 um 17:36 Uhr - Antworten

    Es widerstrebt mir nochmal hier den gesamten Text einzubringen – was Herr Rüfer verhindert die ungekürzte Wiedergabe ?

    Wenn es eine Beschränkung gibt, sollte das fairerweise auch angezeigt werden.

    Der Text im „12 Kommentar“ ist irreführend verkleinert – sinnentstellt. Etwas, was ich auch schon auf dem Blogg von Erhard öfter ereignet hat ich vermute irgendwie sind die „großer / kleiner“ Symbole schuld, offenbar wird das als html – Tag vom System „missverstanden“.

    Nicht das mein Kommentar mir so wichtig erscheint, nein entweder der ganze Text oder garnix…

    Ach ja mit Klick auf Rainer können Sie das Original besichtigen – zum Glück akzeptiert das Forum nur phpBB Tags und ignoriert reaktionslos jeden „html-Rest“

    Ansonsten sonnige Grüße !

  2. Rainer 26. Oktober 2016 um 17:05 Uhr - Antworten

    Na toll Peter,

    schön mir Laienhaftigkeit „nachzuweisen“ das war der einfache Teil – auf die anderen Argumente wolltest oder konntest Du nicht eingehen. Das dieser Blogg über keinerlei Möglichkeit verfügt fremde Texte ordentlich als Zitat zu kennzeichnen, ist nicht meine Schuld. Der Versuch dies zwischen > und „Die gegenwärtig verfügbaren WKA und PV, wie Du sie bezeichnest, sind aber ausnahmslos Erzeugungseinheiten für elektrische Energie vom Typ 2 (EEE2), die diese Kraftwerkseigenschaften eben nicht oder nur ansatzweise besitzen.“bietet zusätzliche Sicherheit. Kommt es zu einem Stromausfall im öffentlichen Netz, so baut Ihr Speichersystem sekundenschnell eine vollständige dreiphasige Versorgung Ihres Hausnetzes auf…<

    Damit und im "größeren lokal dezentralem Rahmen" sollte sich doch etwas machen lassen.

    Doch das Wichtigste ist wohl, wie lange werden "wir" es uns leisten können mit all den bekannten Nebenwirkungen und der Endlichkeit fossiler Hinterlassenschaften klarzukommen ? Was kann durch "solar" (was alle Formen einschließt) überhaupt ersetzt werden ?

    OK mit der Mentalität einer "egoistischen Eintagsfliege" ist das Morgen völlig nebensächlich….

    • Peter 26. Oktober 2016 um 19:03 Uhr

      Hallo Rainer,

      es liegt mir ganz, ganz fern, Dir Laienhaftigkeit nachweisen zu wollen, warum sollte ich, was hätte ich davon?
      Ich denke, wir sollten hier und anderswo sachlich, fachlich und vor allem zielorientiert miteinander umgehen. Animositäten sind entbehrlich, ebenso wie inhaltloses Herumschwafeln und borniertes Wichtigtun. OK?!

      Unser gemeinsames Ziel heißt Energiewende, schnellstmöglich und möglichst umfassend.
      Ich habe Deinen vollständigen Beitrag gelesen. Warum Kilian einiges nicht veröffentlicht, kann ich nicht sagen.

      Zum eigentlichen Thema:
      Verordnen kann man eine ganze Menge. Dieses oder jenes auf unterschiedliche Weise definieren kann man auch. Man kann auch, wenn es eng wird so tun, als gebe es „Windenergie- Erzeugungsanlagen, die Windenergie-Erzeugungseinheiten vom Typ 1 enthalten“. Aber Du kannst absolut sicher sein, dass es derlei Anlagen auf der ganzen Welt nicht gibt! Gleiches gilt für Solaranlagen. Windenergie- und Solarbranche haben es bedauerlicherweise in den zurückliegenden Jahrzehnten ihres Bestehens bis heute nicht geschafft, echte Kraftwerke zu entwickeln oder aber nicht erkannt, wie absolut unverzichtbar diese für eine Energiewende sind. Was das nun für eine Energiewende selbst bedeutet, kann sich jeder selbst denken, bedarf nicht meines Kommentars. Meine Anmerkungen dazu sind also definitiv nicht falsch!
      Ich habe keinen Zweifel daran, dass Lösungen gefunden werden, aber nur dann, wenn man endlich aufhört mit dieser unsäglichen Augenauswischerei oder auch Schmierenkommödie und sich der tatsächlich bestehenden, in diesem Fall ausschließlich technisch- technologischen, Probleme endlich annimmt.
      Ich gehe davon aus, dass Du mit der „egoistischen Eintagsfliege“ nicht mich gemeint hast, ansonsten rede ich nicht mehr mit Dir!

      Auch an Dich sonnige Grüße von mir!

  3. Rainer 26. Oktober 2016 um 01:42 Uhr - Antworten

    @Peter @all
    >Es ist doch eine nicht zu leugnende Tatsache, dass sämtliche Windenergieanlagen dieser Welt sofort und schlagartig stehen bleiben, wenn ihnen das Netz abhanden kommt. Auch die übergroße Anzahl der Solaranlagen blinzelt bei Netzverlust nur noch ganz müde in die Sonne und erzeugt auch nicht mehr eine einzige Kilowattstunde.SCHWARZSTARTFÄHIGKEIT
    ist die Fähigkeit eines Kraftwerks oder Kraftwerkblocks, unabhängig vom Stromnetz vom abgeschalteten Zustand ausgehend hochzufahren. Dies ist insbesondere bei einem flächendeckenden Stromausfall von Bedeutung, um das Netz wieder in Betrieb zu nehmen.
    Die Energie schwarzstartfähiger Blöcke kann dann zum Anfahren nicht-schwarzstartfähiger Blöcke verwendet werden.

    Anders als Wasserkraftwerke benötigen Wärmekraftwerke ein hohes Maß an elektrischer Energie, bevor sie selber elektrische oder thermische Leistung bereitstellen können. Stellt man einem Kohle- oder Kernkraftwerksblock eine schwarzstartfähige Einheit mit ausreichender Leistung zur Seite, so kann für das Gesamtsystem auch hier Schwarzstartfähigkeit erreicht werden. Meist handelt es sich dabei um Gasturbinen, die mit Energie aus Akkumulatoren oder Stromerzeugungsaggregaten in Betrieb genommen werden.<

    Mit entsprechenden Maßnahmen lassen sich WKA und PV als Inselnetze betreiben und damit ebenfalls "schwarzstartfähig" machen – z.B. zum schrittweisen hochfahren nach flächendeckenden Stromausfällen. Dezentralität wird so (auch) zum Notanker.

    Was die "Atomkraft" angeht, gerade mal ~10,56 % ( 2.478 TWh) des weltweiten el. Energiebedarf wird damit gedeckt (Stand 2013) eine stagnierende Größe, seit 1998 mit 2.445 TWh hat sich daran vergleichsweise wenig (~1,35%) geändert. Wasserkraft – obwohl kaum noch weiter ausbaufähig (es sei den man nutzt Formen der Wellenenergie) hatte seit 1998 (2.557 TWh) die weltweite Nutzung auf 3.790 TWh gesteigert ~48 % .

    Für das Jahr 2013 habe ich (Daten Statista.com) 23.455 TWh ausschließlich für Strom ! addiert – im hochindustrialisierten D sind das gerade mal ~21% des Primärenergiebedarfs…

    Um nun den recht gigantischen Welt-Primärenergiebedarf – für den in den kommenden Jahren Steigerungen von irren 37% "prognostiziert" werden, sollte "man" auf Atomenergie setzen ? Wie wenig realistisch ist das denn ? Eingedenk aller Umwandlungsverluste um die "restlichen ~80%" Primärenergie für Mobilität – Heizung – Kühlung usw. zu "erzeugen".

    Egal wie phantastisch die Ideen sein mögen, ohne einen möglichst raschen Paradigmenwechsel auf praktisch allen Gebieten wo Energie und Ressourcen im "Ausverkauf" – "alles muss raus" – meist sinnlos verbraten werden, steuert die Welt wie ein Frosch der langsam gekocht, nix davon mitbekommt, auf ihre größte Katastrophe ever zu.

    Was die Hilfe durch EE angeht, niemals kann die "Energiedichte" fossiler und atomarer "Akkumulatoren" (die über Jahrmillionen angesammelte Energie) die weltweit täglich verbraten wird, über Kraftwerke die als "Betriebsstoff" Formen von solarer Energie verwerten, auch nur annähernd "abgebildet" werden. *Wo da die technisch machbare "Obergrenze" liegen mag – sich nicht da wo sich heute die tägliche Energievernichtung befindet.

    Mit der grassierenden egoistischen Dummheit, nicht jetzt möglichst viele "Kraftwerke" die sich aus EE "ernähren" aufzubauen – noch bevor die dafür notwendige Energie in Konkurrenz zum "grauen Energiebedarf" gerät, verkleinern "wir" das zur Verfügung stehende "Zeitfenster" geradezu grob fahrlässig.

    * Darüber Herr Kilian – wo liegt die Machbarkeit / theoretische Obergrenze – genügend "EE-Wandler" zu fertigen – sie zu vernetzen – und daraus sowohl thermische, als auch elektrische Energie "zu gewinnen" in annähernd den Größenordnungen die der heutige globale Energiebedarf vorgibt (wenn man so tut, als könne man den tatsächlich "abbilden")

    Dabei ist es sicher hilfreich zu wissen, "unsere" Sonne hat damit keinerlei Problem, die bange Frage, was ist tatsächlich möglich um das in der "notwendigen" Menge für uns herauszuholen ? Bislang (seit der mesopotamischen Kultur 4. Jahrtausends v. Chr.) sind ~240 Generationen mit den "Fossilien" ausgekommen ~6.000 Jahre – die Kohle soll ja noch ~400 Jahre reichen "ceteris paribus" vorausgesetzt ! Leider nimmt inzwischen die Weltbevölkerung jährlich um (exponentiell steigende)~80 Millionen zu und das die "benötigte" Energiemenge ebenfalls exponentiell ansteigt, möchte ich einfach nochmal erwähnen…

    • Peter 26. Oktober 2016 um 13:50 Uhr

      Hallo Rainer,
      da hast Du mir aber mal gezeigt, was Du alles weißt!
      Was Schwarzstartfähigkeit ist, hätte ich aber auch ohne Deinen klugen Text, ohnehin nur irgendwo wohlfeil abgeschrieben, bereits gewußt.
      Die WKA und PV, die Du mit entsprechenden Maßnahmen bewegen könntest, „Inselnetze (zu) betreiben und damit ebenfalls „schwarzstartfähig“ (zu) machen“, musst Du mir bei Gelegenheit mal zeigen. Die gibt es nämlich auf der ganzen Welt nicht.
      Aber darum geht es eigentlich garnicht. Die von Dir willkürlich herausgepickte Schwarzstartfähigkeit ist nur eine von vielen anderen Eigenschaften, die konventionelle atomar- fossile Kraftwerke und selbstverständlich auch die von Dir erwähnten Wasserkraftwerke besitzen und die zusammen als Kraftwerkseigenschaften bezeichnet werden. Diese Kraftwerkseigenschaften haben aber eben nur Kraftwerke oder „Erzeugungseinheiten für elektrische Energie vom Typ1“ (EEE1), wie der fachlich exakte Begriff lautet. Die gegenwärtig verfügbaren WKA und PV, wie Du sie bezeichnest, sind aber ausnahmslos Erzeugungseinheiten für elektrische Energie vom Typ 2 (EEE2), die diese Kraftwerkseigenschaften eben nicht oder nur ansatzweise besitzen. Nun kann man aber EEE1 nur voll- und gleichwertig durch EEE1 ersetzen, niemals aber durch EEE2, wie man uns das gegenwertig weismachen möchte.
      In ein hinreichend durch EEE1 gespeistes Netz kann man zwar zu einem gewissen Anteil EEE2 einbinden, die aber verhalten sich in diesem Netz ausgesprochen parasitär: für die Netzführung und die Netzstabilität im weitesten Sinne tun sie praktisch nichts, das müssen die EEE1 allein besorgen, ohne das Netz oder gar ohne EEE1 sind sie aber absolut fünktionsuntüchtig. Das ist eine sehr einfache aber auch bittere Wahrheit, abzuleiten ausschließlich aus physikalischen Gesetzen und nicht aus Glaubensbekenntnissen.
      Nun haben wir auf der „erneuerbaren“ Seite aber nur und ausschließlich die EEE2 zur Verfügung. Wie wir damit die von uns allen doch wohl gewollte Energiewende bewerkstelligen wollen, nämlich möglichst alle atomar- fossilen EEE1 in kürzestmöglicher Zeit zu ersetzen, erschließt sich mir nicht. Das war auch meine Frage an Kilian.
      Ich habe hier den Eindruck, dass wir von gewissenlosen Lobbyisten, Helfern und Helfershelfern in der Sache Energiewende gewaltig an der Nase herumgeführt werden und wir alle, die wir diese Wende wollen und auch für unverzichtbar halten, uns auf das völlig falsche Pferd haben setzen lassen.

  4. Peter 25. Oktober 2016 um 09:47 Uhr - Antworten

    Hallo Kilian,

    vielen Dank für Deine freundliche Antwort und den Hinweis auf die Fraunhofer- Studie. Die kannte ich natürlich schon, genau wie viele andere Studien, Szenarien und Ausarbeitungen vieler anderer „hochrangiger Experten“.
    Es mag ja schon etwas vermessen meinerseits sein aber auch zu dieser Studie würde ich sagen:
    „…und wenn es so auch nicht funktioniert, so ist es doch ganz hübsch ausgedacht.“
    Deshalb hatte ich ja nun bei Dir angefragt, ob Du etwas Besseres dazu wüsstest.
    Besagte Studie unterstellt, wie übrigens alle anderen mir bekannten auch, dass wir u.a. den Bestand an vorhandenen Windenergie- und Solaranlagen noch angemessen vergrößern, das Netz erweitern, konditionieren und gegebenenfalls intelligenter machen, einen bunten Mix aller dieser und sonstiger nach vorhandener Technologien arrangieren müssen und dann haben wir irgendwann das Ziel erreicht und können alle atomar-fossilen Kraftwerke aus den Netzen herausnehmen.
    Genau das ist, so meine ich, ein verhängnisvoller Irrtum, der uns allen sehr, sehr teuer zu stehen kommt!
    Es ist doch eine nicht zu leugnende Tatsache, dass sämtliche Windenergieanlagen dieser Welt sofort und schlagartig stehen bleiben, wenn ihnen das Netz abhanden kommt. Auch die übergroße Anzahl der Solaranlagen blinzelt bei Netzverlust nur noch ganz müde in die Sonne und erzeugt auch nicht mehr eine einzige Kilowattstunde. Mit dem Netz bezeichne ich hier natürlich nicht die Leiterseile des Übertragugungs- und Verteilernetzes, sondern die in dieses Netz eingebundene echte Kraftwerkskapazität in Gestalt eben dieser atomar- fossilen Kraftwerke, die wir ja gerade eleminieren wollen. Manche dieser „Experten“ schwafeln auch etwas von „Must run Kapazität“ ausschließlich in Gestalt dieser Kraftwerke, die wenn sie denn nötig ist, schon allein für sich genommen die besungenen 100% Erneuerbare ad absurdum führen.

    Also deshalb nochmals die Frage an Dich: „Wie soll das mit den 100% Erneuerbare Energien mit diesen Technologien funktionieren?“ Ich glaube, wir alle, bekennende Befürworter und Protagonisten einer 100%igen Energiewende, die ich persönlich übrigens für unverzichtbar halte, müssen gewaltig umdenken und endlich den Mut aufbringen, unseren eigenen Verstand zu gebrauchen anstatt nur noch den „Experten-“ Meinungen zu folgen, weil es so schön bequem ist.

  5. Peter 24. Oktober 2016 um 18:43 Uhr - Antworten

    Hallo Kilian,

    wann wir eine Energiewende abgeschlossen haben werden, ist sicherlich interessant.

    Aber viel wichtiger erscheint mir die Frage, wie wir eine solche Energiewende erreichen können.
    Also mit welchen Technologien wollen bzw. können wir erreichen, 80, 90 oder meinetwegen auch 100% unseres Energiebedarfs irgendwann aus Primärenergie solaren Ursprungs im weitesten Sinne zu decken und dadurch möglichst alle atomar- fossilen Kraftwerke aus dem Netz verbannt zu haben. Bei 100% sollte es ja wohl so sein.

    Kennst Du als Ingenieur für erneuerbare Energien solche Technologien und wenn ja, wo sind sie zu finden?
    Selbst von sehr hochrangigen „Experten“ konnte ich auf diese Frage bisher noch keine Antwort bekommen, weshalb ich auf Deine Antwort sehr gespannt bin!!!

    • Kilian Rüfer 25. Oktober 2016 um 07:49 Uhr

      Die Frage wie das Ganze geht haben Forscher des Fraunhofer-ISE im Jahr 2012 errechnet. Diese Wissenschaftler dürften als hochrangige Experten gelten. Studie: 100 % Erneuerbare Energien für Strom und Wärme Es ist nicht die eine Technologie, sondern das kluge Zusammenspiel der Technologien. Moderne Steuerungstechnik erlaubt sich ergänzende Kombinationen

      Das Szenario wurde für das Jahr 2050 erstellt. Bei Szenarien allerdings werden Randbedingungen vor dem Rechnen angenommen. Fraunhofer hätte ebenso für 2040 oder 2030 ein Szenario erstellen können.

  6. Peter 24. Oktober 2016 um 15:06 Uhr - Antworten

    Hallo Kilian,
    Zeithorizonte zu setzen ist sicherlich sinnvoll nach dem Motto“ Du hast ja ein Ziel vor den Auggen …“.
    So sehr wichtig sind sie aber wohl eher nicht, wie wir alle von der unsäglichen Posse vom BER gelernt haben sollten. Vielleicht ist es viel wichtiger, dass überhaupt etwas passiert als die Frage danach, wann etwas denn fertig sollte.

    Im Kontext mit der sogenannten Energiewende, die wir ja wohl alle ganz gerne hätten, wäre für mich viel wichtiger, womit wir diese Energiewende denn eigentlich herbeiführen wollten. Also klar ist schon: einerseits mit mehr Effizienz und andererseits mit ausschließlich Primärenergie solaren Ursprungs. Letztere steht wohl mehr als ausreichend und wohlfeil zur Verfügung, wie die Experten uns lehren.
    Aber welche Technologien haben wir denn zur Verfügung, die geeignet wären, atomar-fossile Kraftwerke vollwertig zu ersetzen und durch die Nutzung von Sonnenenergie im weitesten Sinne aus den Netzen herausnehmen zu können? Ich kenne keine einzige tatsächlich verfügbare Technologie. Das muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass es sie nicht gibt oder sie irgendwo im Verborgenen schlummert.
    Du als gelernter Mediengestalter und Ingenieur für Erneuerbare Energien kannst mir solche Technologien, mit denen wir tatsächlich eine Energiewende, wie propagiert hin zu 100% „Erneuerbaren“, realisieren könnten, sicherlich nennen oder hast gar einen Tip parat, wo ich sie finden könnte. Es wäre einfach zu schön!!!

    Auf Deine ganz persönliche Antwort bin sehr gespannt! Bisher konnten mir das selbst einige ganz große „Experten“ noch nicht nicht beantworten und selbst gefunden habe ich auch noch keine.

  7. Erhard 24. Oktober 2016 um 09:55 Uhr - Antworten

    Ich bin ein Verfechter von 100% plu X muss das Ziel sein.
    Schließlich ist Deutschland ein Exportnation und wir sollten als Zeitpunkt 2030 anstreben an dem wir 100% überschreiten.

  8. Daniel Bannasch 23. Oktober 2016 um 19:45 Uhr - Antworten

    So wünschenswert ich es aus verschiedenen Gründen finde, die Frage des Zeithorizonts beim Umbau der Energieversorgung zu diskutieren: Ich kann viele zentrale Behauptungen, generalisierende Ausssagen, logische Verknüpfungen und Bewertungen dieses Beitrags nicht nachvollziehen. Bei fast jedem Satz stellen sich für mich eine oder mehrere der folgenden Fragen: Warum sollte das so sein? Wer sagt das? Womit ist das belegt? Worauf gründet die logische Verknüpfung? Wie kommt die Bewertung zustande?

    • Kilian Rüfer 24. Oktober 2016 um 08:59 Uhr

      Hallo Daniel,

      es ist eine wissenschaftliche Abhandlung sondern ein Meinungsbeitrag, der auf meinen eigenen Überlegungen und Erfahrungen basiert. Man kann sagen, dass ich eine Hypothese aufgestellt habe.

      Du zweifelst fast jeden Satz an ohne bei nur einem Satz auf die Argumentation einzugehen. Adäquat wäre es zentrale Punkte zu widerlegen. So ist es lediglich ein Versuch der Diskreditierung des Textes. Ich verstehe das so: „Es ist alles quatsch und sag dazu nicht mehr als das es quatsch ist.“. Zu den vermeintlichen Beweggründen dazu interpretiere ich im Stillen.

      Was hältst Du von diesem Satz: „Von jemanden der ein Ziel ausspricht erwarte ich, dass er es erfüllt.“? Dies ist Teil meines mindsets und wesentlich in den ausgeführten Überlegungen. Ich stehe auf Verbindlichkeit.

  9. Stefan Werner 22. Oktober 2016 um 10:14 Uhr - Antworten

    Eine Zeitvorgabe ist absolut richtig und wichtig. 2030 wäre hierbei ambitioniert aber nicht unmöglich. Ob man die Zeitvorgabe dann einhält oder nicht ist eher zweitrangig, entscheidend ist vielmehr, dass hierdurch sich eine Eigendynamik entwickeln kann, die uns letztlich sogar noch schneller ans Ziel bringen kann.

  10. Mick Steibeck 22. Oktober 2016 um 00:58 Uhr - Antworten

    Für mich ist das keine Frage von anzubietenden Zeithorizonten die zur Diskussion stünden. Es ist eine Frage der Notwendigkeit wegen des Klimawandels. Das ist das bisher größte Experiment, dass sich die Menschheit je geleistet hat. Und es hat einen sehr ungewissen Ausgang. Deshalb kann man keine Zeithorizonte sozusagen als Wunschkonzert anbieten. Das Stichwort heiß Solidarität mit nachfolgenden Generationen.
    Das was uns aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alle schon in kurzer Zeit treffen wird ist die Tatsache und hoffentlich Erkenntnis, dass Energiewende immer billiger ist als eine Nicht-Energiewende. Ich sage sogar, die schnelle Wende ist die billigste.

    Zwei wichtigen Faktoren gilt es außerdem zu nennen. Zum einen die Lernkurven (Nachfrage wird erhöht → Preis sinkt), die eine Beschleunigung ermöglichen, die bei einem Technikwechsel zu einer exponentiellen Verbreitung der neuen und Verdrängung der alten Technik führen (Digitalkamera, Kutsche/Auto, Schreibmaschine/Computer usw.). Dies ist der am meisten gefürchtete Faktor den die alten Technikvertreter natürlich versuchen auszuhebeln, wenn sie ihn rechtzeitig erkennen. Ein Indiz dafür ist die Forderung nach gleich hohen jährlichen Zubauraten. Es gibt aber viele weitere verschleierte Tatsachen, zB. Massivste Manipulationen am Strompreis, sehr geschickte PR-Kampagnen usw.
    Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich warum es den alten deutschen Energievertretern gelungen ist den positiven Trend bei der Solartechnik nicht nur zu stoppen sondern ins Gegenteil zu kehren und ihn sogar fast auf Null zu reduzieren. Das, obwohl die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen inzwischen teilweise sogar auch ganz ohne eine Vergütung gegeben ist. Man hat der Bevölkerung eine Unwirtschaftlichkeit vorgegaukelt/eingeredet und ihnen die Preissenkungen verschwiegen.
    Zum anderen ist der Funfaktor zu nennen, den man der Bevölkerung ausgetrieben hat. Energiewende darf keinen Spaß machen und keine Begeisterung wecken. Auch das ist mit besagten PR-Kampagnen gelungen.
    Trotzdem steht die Bevölkerung noch mit einer großen Mehrheit hinter der Wende, NOCH. Denn hier ist bereist einiges an Rissen entstanden deren Auswirkungen wir noch nicht (ganz) verstehen.
    Deshalb brauchen wir dringend positive Kampagnen für die Wende.

    • Kilian Rüfer 24. Oktober 2016 um 09:35 Uhr

      Hallo Mick, zu sagen „ich will Zeithorizont X, weil ich ihn für nötig für Y halte“ finde ich adäquat. Ich bin für Motivation und positive Gefühle und warne dabei vor falschen Versprechen. Falsch wäre zu sagen: „wir schaffen X“ ohne Y in der Hand zu haben. Glaubwürdigkeit ist für mich positiv. Vertrauensverlust ist für mich negativ.

  11. Martin Schachinger 21. Oktober 2016 um 17:33 Uhr - Antworten

    Die Frage nach dem Sinn einer Deadline finde ich genauso berechtigt wie die Frage, ob 100% wirklich das erklärte und kommunizierte Ziel sein sollte. Wir machen es uns leichter und werden glaubwürdiger, wenn wir auch davon ablassen. Daher #99ProzentEE, stellvertretend für einen sehr hohen Anteil in kurzer Zeit. Der Rest kommt früh genug von selbst…

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